Seit der Einführung im Jahr 1978 hat mit Sicherheit schon jeder einmal etwas über ABS gehört. Das Kürzel steht für Antiblockier-System. Es soll beim Bremsen einen übergroßen Schlupf zwischen den Reifen und der Fahrbahn vermeiden und die Lenkfähigkeit und Seitenführung gewährleisten. Es handelt sich um ein aktives Sicherheitssystem, welches ursprünglich als Stotterbremse bezeichnet wurde. In der Anfangszeit musste der Autofahrer diese Art der Bremsung noch selbst erlernen. Bei einem Notfall musste das Bremspedal bis zum Anschlag kräftig getreten werden, bis die Reifen anfingen zu blockieren. Anschließend wurde der Pedaldruck gelockert und der gesamte Bremsvorgang kontinuierlich in dieser Form wiederholt. Durch dieses wiederholende Bremsen und Bremsenlösen wurde die beste Bremsleistung erzielt. Dadurch wurde nicht nur der Bremsweg wesentlich verkürzt, sondern das Fahrzeug blieb hierbei auch weiterhin lenkbar. Viele Autofahrer haben jedoch nicht diese Fertigkeiten besessen, so dass es immer noch zu häufigen Unfällen kam. Ende der 80er wurden die Neuwagen mit ABS ausgestattet, einem integrierten Sicherheitssystem, welches die Stotterbremse simulierte. Vorteilhaft war zudem, dass die Bremskraft für jedes Rad einzeln und individuell berechnet wurde. So musste sich der Fahrzeugführer in Notsituationen nicht mehr auf das Bremsen, sondern in erster Linie auf das Lenken konzentrieren. Einem Hindernis kann mit ABS auch mit einer Vollbremsung ausgewichen werden. Selbst in einer Kurve bricht das Fahrzeug bei einem Bremsmanöver nicht mehr aus. Insgesamt bleibt also ein Fahrzeug mit ABS bei einer Vollbremsung weiterhin stabil und lenkbar.

Funktion
Für eine richtige Funktionsweise befindet sich an jedem Rad ein spezieller Sensor, der die Radumdrehung misst. Diese Daten werden an das ABS-Steuergerät weitergegeben. Dieses Steuergerät ist mit einem Regler verbunden, der zwischen den Radbremsen und dem Bremspedal angeordnet ist. Wird mit dem Pedal gebremst, fließt die Bremsflüssigkeit der hydraulischen Bremsanlage zunächst durch diese Regeleinheit und erst von dort zu den einzelnen Rädern. Kommt es aufgrund einer Vollbremsung zu einem Blockieren der Räder, gibt der Sensor diese Informationen an die ABS-Steuereinheit weiter. Über die Regeleinheit wird nun der Bremsdruck soweit herabgesetzt, dass sich das abgebremste Rad wieder drehen kann und hierbei lenkbar bleibt. Da diese Regelung mehrfach pro Sekunde erfolgt, bleiben die abgebremsten Räder dicht an der Blockiergrenze, liefern also die beste Bremsleistung und bleiben dennoch immer noch lenkbar.

Das Funktionieren des ABS-Systems erkennt der Fahrer an einem leichten Pulsieren des Bremspedals und einem leichten Brummgeräusch aus dem Motorraum. Diese Anzeichen rühren von der integrierten Rückförderpumpe her, die den Bremsdruck beim Bremsen minimiert. Übrigens bleibt die Bremswirkung des Fahrzeugs vollständig erhalten, auch wenn einmal das ABS ausfallen sollte. Lediglich die unterstützende Bremswirkung entfällt. Die ABS-Systeme wurden in den letzten Jahren ständig verbessert und sind aus der Serienausstattung heutiger Fahrzeuge nicht mehr wegzudenken. Viele Unfälle wurden durch den Einsatz von ABS verhindert. Dennoch ist ABS natürlich kein Freibrief für überhöhte Geschwindigkeiten. Nachteilig wirkt sich ABS in erster Linie auf winterlichen Fahrbahnen aus. Im Gegensatz zum manuellen Bremsen ohne ABS wird hier der Bremsweg sogar verlängert.